Hongkonger Aktivist: Westen soll helfen

Der Westen sollte die Demokratiebewegung in Hongkong nach Meinung des Aktivisten Ray Wong stärker unterstützen.

Es gehe darum, China deutlich den Willen zum Schutz universeller Werte und Menschenrechte zu zeigen, sagte der als politischer Flüchtling im deutschen Göttingen lebende 25-Jährige. «Meiner Meinung nach hat China keine Sorge, Leute in Hongkong, Taiwan und Tibet oder Uiguren zu unterdrücken, weil es keine Konsequenzen dafür (zu spüren) bekommt», erklärte Wong.

Der 25-Jährige und der 27-jährige Alan Li sind die ersten Aktivisten aus Hongkong, von denen bekannt ist, dass sie in Europa politischen Schutz erhielten.

Dutzende Festnahmen

Die Polizei in Hongkong hat nach Angaben vom Sonntag nach Zusammenstössen mit Demonstranten 29 Menschen festgenommen.

Darunter sei auch der Organisator des Protestmarschs vom Samstag, berichtete der Sender RTHK. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die regierungskritischen Proteste aufzulösen. Aktivisten warfen Molotow-Cocktails und Steine, andere zerstörten Strassenlaternen, die mit Überwachungskameras ausgestattet waren. Strassenbarrieren wurden mit Bambusstäben errichtet.

Auch für Sonntag werden weitere Demonstrationen erwartet.In Hongkong demonstrieren seit Wochen Hunderttausende Menschen.

«Riesige Raketenwerfer»

Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un hat nach einem Bericht der Staatsmedien den Test eines «riesigen Mehrfach-Raketenwerfers» überwacht.

Kim habe das «neu entwickelte» System als eine «grossartige Waffe» gelobt, meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA. Den Angaben vom Sonntag zufolge erklärte der nordkoreanische Machthaber, das Land müsse die Entwicklung von Waffen weiter vorantreiben, um die «ständig steigenden militärischen Bedrohungen durch feindliche Kräfte resolut zu durchkreuzen».

Am Samstag testete das Land nach Angaben Südkoreas offenbar erneut Kurzstrecken. Das Land hatte zuletzt mehrfach ballistische Raketen abgefeuert.

G7-Gipfel: Erste Festnahmen nach Demos

Harte Proteste rund um den G7-Gipfel.
keystone Harte Proteste rund um den G7-Gipfel.

Am Rande des G7-Gipfels im südwestfranzösischen Biarritz sind mindestens 68 Menschen festgenommen worden.

38 von ihnen seien in Polizeigewahrsam, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP am späten Samstagabend unter Berufung auf die Präfektur. Gewahrsam dient unter anderem dazu, Verdächtige zu befragen und ihre Äusserungen zu überprüfen. Er kann von 24 auf bis zu 48 Stunden verlängert werden. 

In Bayonne, der Nachbarstadt von Biarritz, waren am Abend bei einer ungenehmigten Demonstration Steine geflogen, die Sicherheitskräfte setzten Wasserwerfer und Tränengas ein. Die französische Regierung hat über 13'000 Sicherheitskräfte mobilisiert.

Riesige Urwald-Brände in Bolivien

Verzweifelter Kampf gegen riesige Urwaldfeuer in Bolivien.
keystone Verzweifelter Kampf gegen riesige Urwaldfeuer in Bolivien.

Seit Tagen wütende Brände haben in Bolivien schon fast eine Million Hektar Urwald vernichtet.

Die Brände erstreckten sich über eine Gesamtfläche von 950'000 Hektar, erklärte die Landes-Forstverwaltung. 32 Prozent des Chiquitano-Waldes seien zerstört, 1871 Familien in dutzenden Ureinwohner-Siedlungen seien betroffen. Die Feuerwehr kämpft seit Tagen gegen die durch illegale Brandrodung ausgelösten Feuer. Dabei ist auch ein US-Löschflugzeug im Einsatz. Am Boden kämpfen Feuerwehr, Armee, Polizei und Freiwillige gegen die Flammen.

Boliviens Präsident Evo Morales rief die übrigen Staaten der Amazonas-Region zu einer Krisensitzung auf.

Brand auf Samos: Touristen evakuiert

Wegen eines Waldbrands auf der griechischen Insel Samos sind mehrere hundert Touristen aus ihren Hotels und von Stränden in Sicherheit gebracht worden. Das Feuer im Osten der Insel sei nicht sehr gross, sagte der Insel-Bürgermeister einem TV-Sender. «Aber es ist in der Nähe von Hotels.»

Herz-OP bei Spaniens Altkönig

Spaniens Altkönig Juan Carlos hat sich am Samstag einer Operation am Herzen unterzogen und drei Bypässe eingesetzt bekommen. Der Eingriff sei «erfolgreich» und «ohne Zwischenfälle» verlaufen, sagte eine Sprecherin des Spitals in Madrid. Der 81-Jährige war seit Freitagabend in der Klinik.

Fortschritte bei Afghanistan-Gesprächen

Die USA und die radikalislamischen Taliban haben am Samstag ihre Verhandlungen über einen möglichen US-Truppenabzug aus Afghanistan in der katarischen Hauptstadt Doha fortgesetzt.

«Die Gespräche wurden am Nachmittag wiederaufgenommen», verlautete aus US-Kreisen. Die neunte Verhandlungsrunde zwischen beiden Seiten begann am Donnerstag. Ein Talibansprecher sagte, es seien Fortschritte erzielt worden: «Jetzt diskutieren wir die Umsetzung und technische Punkte». Sobald diese geklärt seien, stehe das Abkommen.

Washington verhandelt seit einem Jahr mit den Taliban. Ein Abkommen würde den USA erlauben, ihre Truppen nach fast 18 Jahren aus Afghanistan abzuziehen.