Abriss der Morandi-Brücke kann beginnen

Die eingestürzte Morandi-Brücke, auch Polcevera-Viadukt genannt.
Keystone Die eingestürzte Morandi-Brücke, auch Polcevera-Viadukt genannt.

Vier Monate nach dem Brückeneinsturz in Genua mit 43 Toten ist mit der Einrichtung der Baustelle für den Abriss der Brückenreste begonnen worden.

Der letzte auf dem Rumpf der Morandi-Brücke verbliebene Lastwagen war vor wenigen Tagen entfernt worden. Wie italienische Medien berichteten, werden die Abrissarbeiten nach Behördenangaben rund 20 Millionen Euro kosten und von fünf italienischen Unternehmen durchgeführt. "Wir wollen, dass die Brücke bis Ende 2019 wieder steht", sagte der Bürgermeister von Genua, Marco Bucci.

Bei einem Unwetter war am 14. August die 40 Meter hohe Morandi-Brücke auf etwa 100 Metern Länge eingestürzt. Hunderte Menschen verloren ihre Wohnungen.

«Gelbwesten» setzen Demonstration fort

Demonstranten versammeln sich in der Hauptstadt.
Keystone Demonstranten versammeln sich in der Hauptstadt.

Auf den Pariser Champs Elysées und in anderen Teilen Frankreichs haben sich am Samstagmorgen die ersten "Gelbwesten" zu neuerlichen Protesten gegen die Regierung versammelt.

In der Hauptstadt waren rund 8000 Polizisten und andere Ordnungskräfte mit 14 gepanzerten Fahrzeugen der Gendarmerie im Einsatz. Landesweit wurden 69'000 Polizeikräfte mobilisiert. Im Ballungsraum Paris gab es am Vormittag nach Behördenangaben schon etwa 30 Festnahmen.

Am vergangenen Samstag waren in Paris fast 2000 Menschen festgenommen worden. Es hatte zum Teil heftige Zusammenstösse zwischen Polizei und Demonstranten, Tränengaseinsatz, brennende Autos und Barrikaden gegeben.

Sri Lanka: Premierminister tritt zurück

Mahinda Rajapaksa ist in Sri Lanka umstritten.
Keystone Mahinda Rajapaksa ist in Sri Lanka umstritten.

Sri Lankas Premierminister Mahinda Rajapaksa ist zurückgetreten. Sein Vater habe ein Rücktrittsschreiben unterzeichnet, sagte Rajapakses Sohn der Nachrichenagentur Reuters.

Rajapakse selbst erklärte gegegenüber lokalen Journalisten, er wolle mit dem Schritt die politische Krise in seinem Land beenden. Staatspräsident Maitipala Sirisena hatte Ende Oktober Premierminister Ranil Wickremasinghe entlassen und durch den früheren Staatspräsidenten Mahinda Rajapaksa ersetzt.

Im Parlament hatte Rajapaksa zuletzt aber eine Vertrauensabstimmung verloren.

Guterres sieht Kosovo-Armee kritisch

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres ist besorgt über die Absicht Kosovos, eine eigene Armee aufzubauen. Guterres rief alle betroffenen Parteien zur Zurückhaltung auf.

Auf Antrag Serbiens trat der UNO-Sicherheitsrat zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. Das Parlament des Kosovo hatte gestern beschlossen, die bislang für Katastrophenfälle vorgesehene "Security Force" in eine Armee umzuwandeln. Die Truppenstärke soll von 2500 Mann auf 5000 verdoppelt werden.

Serbiens Präsident Aleksandar Vucic kritisierte den Beschluss. Serbien erkennt die Unabhängigkeit Kosovos nicht an und betrachtet das Land nach wie vor als seine Provinz.

Texas versetzt Obamacare einen Schlag

Im US-Bundesstaat Texas hat ein Bundesrichter die Gesundheitsreform von Ex-Präsident Barack Obama wegen einer Änderung des Steuerrechts im Jahr 2017 als verfassungswidrig eingestuft.

Präsident Donald Trump twitterte, das Urteil des Richters sei eine grossartige Nachricht für die Vereinigten Staaten von Amerika. Allerdings wird wohl der Supreme Court, das Oberste Gericht in Washington, das letzte Wort haben.

Generalstaatsanwälte und demokratische Gouverneure kündigten entsprechende Schritte an. Die Republikaner scheiterten bereits mehrfach mit dem Versuch, Obamacare abzuschaffen.

Gesetz erlaubt 400 Überstunden

Ein umstrittenes Arbeitsgesetz sorgt in Ungarn weiterhin für Proteste. Am Abend haben sich in der Hauptstadt Budapest erneut Hunderte Demonstranten vor dem Parlament versammelt.

Laut Medienberichten kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Demonstranten warfen Flaschen und Rauchbomben auf Polizisten. Diese setzten Tränengas ein und nahmen mehr als 50 Personen fest.

Das Gesetz soll es Arbeitgebern ermöglichen, von ihren Angestellten bis zu 400 Überstunden pro Jahr verlangen zu können. Die Opposition spricht von Sklaverei.

Verhandlungen verlängert

Ursprünglich sollte der UNO-Klimagipfel in Polen heute zu Ende gehen. Die Vertreter aus fast 200 Staaten konnten sich jedoch nicht auf eine Abschlusserklärung einigen. Mehrere Fragen seien noch nicht geklärt. 

Am Vormittag führe der polnische Gipfelpräsident Michal Kurtyka zunächst bilaterale Gespräche über den 144-seitigen Entwurf für die Abschlusserklärung, am Nachmittag gebe es weitere Gespräche in der grossen Runde, hiess es.

Zu den Streitpunkten gehören die Transparenzregeln. Dabei geht es darum, wie die nationalen Klimaziele der einzelnen Länder überprüft werden. Auch der Umgang mit den Schäden und Verlusten durch den Klimawandel ist umstritten.

Rattenkot in Schulküchen entdeckt

Eine Inspektion in mehr als 200 italienischen Schulkantinen hat in zwei krassen Fällen Rattenkot in der Küche und Insekten im Sandwich zu Tage befördert.

Von 224 landesweit untersuchten Schulküchen habe mehr als ein Drittel gegen Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften verstossen, so das Gesundheitsministerium. Die Polizei schloss demnach sieben Kantinen wegen schwerwiegender Mängel und erstattete 14 Anzeigen. Zudem verhängte sie Bussgelder über insgesamt 576'000 Euro und beschlagnahmte über zwei Tonnen Lebensmittel. 

Auf «weit verbreitete» Exkremente von Ungeziefer und Ratten stiessen Kontrolleure in einer Kantine in Rom, die Essen für Schulen zubereitete.