Handelsstreit China-USA: FED warnt

Nach der weiteren Zuspitzung des Handelsstreits zwischen den US und China warnt die US-Notenbank (Fed) vor Gefahren für die US-Wirtschaft.

Je mehr dieser Handelskrieg eskaliere, desto mehr müsse das für ein Szenario eines schwachen Wachstums berücksichtigt werden, sagte die Präsidentin des fed-Ablegers aus Celveland, Loretta Mester, am Samstag. Wenn es viele Unsicherheiten gebe, würden viele Unternehmer und Verbraucher erwägen, sich besser zurückzuhalten: «Ich glaube, hier gibt es ein grosses Abwärtsrisiko.»

Ob der Handelsstreit und andere politischen Entwicklungen die US-Wirtschaft unter das erwartete Wachstum von zwei Prozent drücken, sei noch unklar.

Grüne drohen mit Referendum

Grünen-Präsidentin Regula Rytz forderte den Bundesrat dazu auf, den Vertrag dem fakultativen Referendum zu unterstellen.

Die Grünen wollen das Abkommen wenn möglich schon im Parlament stoppen. Falls dies nicht gelinge, werde sie sich bei ihrer Parteibasis für die Lancierung eines Referendums einsetzen, so Rytz gegenüber Keystone-SDA. Bereits an der Delegiertenversammlung vom nächsten Samstag entscheidet die Partei über die Vorbereitung eines Referendums.

Es brauche wesentliche Verbesserungen zum Schutz des Regenwaldes und gegen die Vertreibung der indigenen Bevölkerung, so Rytz.

Ein «Meilenstein» für Guy Parmelin

Guy Parmelin spricht an der Medienkonferenz von einem «enormen Potenzial für die Firmen der Schweiz».
Keystone Guy Parmelin spricht an der Medienkonferenz von einem «enormen Potenzial für die Firmen der Schweiz».

Der Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF), Bundesrat Guy Parmelin, bezeichnete das Abkommen mit den Mercosur-Staaten als «Meilenstein».

Der WBF-Vorsteher hob vor allem die Vorteile der Schweizer Firmen gegenüber ihren Konkurrenten in der EU hervor. «Das Abkommen erlaubt es unseren Unternehmen, mit ihren Konkurrenten gleichzuziehen.»

Zu den Waldbränden in Brasilien sagte Parmelin: «Wir nehmen diese sehr ernst.» Die Schweiz beteilige sich an den internationalen Diskussionen dazu. Das WBF betonte zudem, dass die Schweiz keine Produkte aus Regionen beziehe, die derzeit in Flammen stehen.

Schweizer Reaktionen zum Freihandel

Das neue Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten wird in der Schweiz unterschiedlich beurteilt.

Der Schweizerische Bauernverband SBV befürchtet, dass hiesige Standards verwässert werden.

USA erhöhen Zölle auf China-Importe

US-Präsident Donald Trump hat eine weitere Erhöhung der Zölle auf chinesische Importe angekündigt. Ab Oktober werden die bereits verhängten Zölle auf chinesische Importe im Wert von rund 250 Mrd. Dollar laut Trump von 25 Prozent auf 30 Prozent erhöht. 

Die USA sollten die Entschlossenheit des chinesischen Volkes nicht unterschätzen, heisst es in einer Mitteilung des chinesischen Handelsministeriums. Es warnte die USA vor den Konsequenzen.

Die Zölle auf weitere China-Importe im Wert von rund 300 Mrd. Dollar sollen von 10 auf 15 Prozent angehoben werden. Diese zweite Tranche an Zöllen soll laut US-Regierung am 1. September und am 15. Dezember eingeführt werden.

Kanzleramt befürchtet Rezession

Nach Einschätzung der Regierung in Berlin droht in Deutschland ein negatives Wirtschaftwachstum im dritten Quartal.

Damit wäre Deutschland offiziell in der Rezession, wie das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» unter Berufung auf das Bundeskanzleramt schreibt. Nach der offiziellen Definition befindet sich eine Volkswirtschaft dann in der Rezession, wenn sie in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen nicht wächst oder schrumpft.

Noch intakt ist nach Einschätzung der Regierung aber die Binnenkonjunktur. Eine gravierende Krise der deutschen Wirtschaft sei nicht zu erwarten, wenn Handelsstreitigkeiten nicht eskalierten und es nicht zu einem ungeregelten Brexit komme.

BoE-Chef: Wirtschaft in GB stagniert

Grossbritanniens Konjunktur wird laut der Bank of England BoE im dritten Quartal wahrscheinlich stagnieren. Das Wirtschaftswachstum sei verhalten, sagte Boe-Chef Mar Carney auf der Notenbankkonferenz in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming.

Anfang August hatte die BoE einen Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts 0,3 Prozent prognostiziert. In den drei Monaten bis Juni war die Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent zurückgegangen.

Im August waren die Geschäfte britischer Einzelhändler so stark geschrumpft wie seit der Finanzkrise Ende 2008 nicht mehr. Das entsprechende Barometer fiel auf minus 49 Punkte von minus 16 Zählern im Vormonat.

Efta und Mercosur einig

Die Efta-Länder, darunter die Schweiz, haben sich mit dem südamerikanischen Handelsblock Mercosur über ein Freihandelsabkommen geeinigt.