Äusserungen zu Krieg geben zu reden

Die Berlinale hat sich von den Äusserungen einzelner Filmschaffender zum Krieg in Nahost bei der Preisverleihung am Samstagabend distanziert.

Die Äusserungen von Preisträgerinnen und -trägern seien «unabhängige individuelle Meinungen. Sie geben in keiner Form die Haltung des Festivals wieder», teilte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur mit. «Solange sie sich innerhalb der gesetzlichen Grenzen bewegen, müssen wir sie akzeptieren.»

Auffällig war nach Ansicht von Kritikern vor allem, dass viele Beteiligte auf der Bühne einseitig Vorwürfe gegen Israel erhoben, ohne den Terrorangriff der islamistischen Hamas zu erwähnen.

Politisch bis zum Schluss

Berlinale-Jurymitglied Katrin Pors trug eine Forderung nach Waffenruhe am Rücken.
Keystone/Filip Singer Berlinale-Jurymitglied Katrin Pors trug eine Forderung nach Waffenruhe am Rücken.

Die 74. Berlinale blieb sich bis zum Finale treu: Geprägt von politischen Botschaften haben die Filmfestspiele ihre Auszeichnungen vergeben.

Die Berlinale war in diesem Jahr besonders stark von politischen Debatten geprägt. Bereits bei der Eröffnungsgala hatten viele Filmschaffende etwa gegen Rechtsextremismus protestiert. Andere forderten ein Ende der Kämpfe in Gaza zwischen Israel und der Hamas. Bei der Preisverleihung trugen mehrere Menschen auf der Bühne einen Zettel mit der Aufschrift «Ceasefire Now».

Schauspieler Lars Eidinger sagte nach der Preisverleihung, er könne sich «kaum an Zeiten erinnern, die derart politisch waren».

«Oppenheimer» dreimal ausgezeichnet

Lily Gladstone wurde als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet.
Keystone/Chris Pizzello Lily Gladstone wurde als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet.

Hollywoods Schauspielverband Screen Actors Guild SAG hat seine begehrten Trophäen vergeben.

Das Historiendrama «Oppenheimer» gewann bei der Gala drei Preise. Hauptdarsteller Cillian Murphy setzte sich unter anderem gegen Bradley Cooper («Maestro») und Paul Giamatti («The Holdovers») durch. Robert Downey Jr. gewann für «Oppenheimer» den Preis als bester Nebendarsteller. Zudem holte das Drama den Preis für die gesamte Besetzung.

Die SAG-Trophäe für die beste Hauptdarstellerin ging an Lily Gladstone für «Killers of the Flower Moon». Als beste Nebendarstellerin wurde Da’Vine Joy Randolph («The Holdovers») ausgezeichnet.

Goldener Bär für Dokumentarfilm

Mati Diop gewann für ihren Dokumentarfilm den Goldenen Bären.
Keystone/Clemens Bilan Mati Diop gewann für ihren Dokumentarfilm den Goldenen Bären.

Der Film «Dahomey» hat an der Berlinale den Goldenen Bären gewonnen. Das gab die Jury des Filmfestivals in Berlin am Samstagabend bekannt.

Der Dokumentarfilm der französisch-senegalesischen Regisseurin Mati Diop setzt sich mit der Rückgabe von aus Afrika geraubten Kunstschätzen auseinander. Der Grosse Preis der Jury ging in diesem Jahr nach Südkorea, der Film «A Traveler's Needs» hat gewonnen.

Der Silberne Bär für die beste Haupt-rolle ging an den rumänisch-US-amerikanischen Schauspieler Sebastian Stan. Die britische Schauspielerin Emily Watson gewann einen Silbernen Bären für die beste Nebenrolle.

Sechs Preise für «Anatomie eines Falls»

Der Film «Anatomie d'une chute», auf Deutsch «Anatomie eines Falls», ist der grosse Sieger bei der Vergabe des französischen Filmpreises César.

Das Justizdrama der französischen Regisseurin Justine Triet gewinnt sechs Preise, unter anderem für den besten Film und die beste Regie. Die deutsche Sandra Hüller wird für ihre Rolle in dem Film als beste Schauspielerin ausgezeichnet.

Christopher Nolan durfte sich derweil über einen Ehren-César freuen. Der britisch-amerikanische Regisseur hat mit seinem Historienfilm «Oppenheimer» schon bei den Oscars sowie den Golden Globes abgeräumt.

Rumpf als weibliche Entdeckung geehrt

Ella Rumpf wurde schon zum zweiten Mal als weibliche Neuentdeckung des Jahres geehrt.
Keystone/Christophe Petit Tesson Ella Rumpf wurde schon zum zweiten Mal als weibliche Neuentdeckung des Jahres geehrt.

Die französisch-schweizerische Schauspielerin Ella Rumpf erhielt am Freitagabend in Paris einen César.

Die Jury des französischen Filmpreises ehrte Rumpf für ihre Rolle im Film «Le Théorème de Marguerite» als weibliche Entdeckung des Jahres. Die 29-Jährige würdigte bei der Preisverleihung auch die anderen Schauspieler des Films Jean-Pierre Darroussin, Clotilde Courau und Julien Frison. Mit ihnen zu arbeiten, sei ein Genuss gewesen.

«Le Théorème de Marguerite» ist eine Schweizer Koproduktion unter der Regie von Anna Novion. Der Film handelt von einer gescheiterten Studentin, die ihre Begabung für Mah-Jongg entdeckt.

Ira von Fürstenberg beerdigt

Die italienische Schauspielerin und Schmuckdesignerin Ira von Fürstenberg ist am Freitag in ihrer Heimatstadt Rom zu Grabe getragen worden.

In der Kirche Chiesa degli Artisti in der Innenstadt Roms haben Familie und Freunde von der Jetset-Adligen Abschied genommen. Zur Trauergemeinde gehörte auch ihr Sohn, der ehemalige Skirennfahrer Hubertus von Hohenlohe und dessen Frau.

Ira von Fürstenberg war am Montag im Alter von 83 Jahren verstorben. Sie war das älteste von drei Kindern von Tassilo Fürstenberg und dessen Ehefrau Clara Agnelli aus der Autoindustriellen-Familie Agnelli.

Tom Cruise plant mit Alejandro Inarritu

Alejandro González Iñárritu gewann 2016 den Oscar für «The Revenant – Der Rückkehrer».
Keystone/Chris Pizzello (Archiv) Alejandro González Iñárritu gewann 2016 den Oscar für «The Revenant – Der Rückkehrer».

Hollywoodstar Tom Cruise (61) und der mexikanische Regisseur Alejandro González Iñárritu (60) könnten sich auf ein gemeinsames Filmprojekt einlassen.

Oscarpreisträger Iñárritu möchte den Schauspieler als Hauptdarsteller für seinen nächsten englischsprachigen Spielfilm vor die Kamera holen, wie mehrere US-Branchenblätter übereinstimmend berichteten. Laut «Deadline.com» verhandeln Warner Bros. und die Firma Legendary Entertainment über die gemeinsame Produktion. Über den Inhalt des Films wurde zunächst nichts bekannt.

Für den Mexikaner wäre es der erste englischsprachige Film seit seinem Erfolg mit «The Revenant».