Christen kritisieren Erdogans Plan

In der Hagia Sophia dürfen Moslems ab sofort wieder beten.
Keystone In der Hagia Sophia dürfen Moslems ab sofort wieder beten.

Die geplante Umwidmung der Hagia Sophia in Istanbul von einem Museum in eine Moschee stösst auf Kritik.

Der türkische Präsident Erdogan habe einen «historischen Fehler begangen», erklärte ein griechischer Regierungssprecher. Der Plan sei «eine Beleidigung der christlichen Welt». Die russisch-orthodoxe Kirche sprach von einem «Schlag gegen die Orthodoxie», welche die Beziehung der christlichen Welt zur Türkei beeinflussen werde.

Am Freitag hatte das Oberste Verwaltungsgericht der Türkei den Status der einstigen Kirche als Museum aberkannt. Kurz danach ordnete Präsident Recep Tayyip Erdogan an, das Gebäude für das islamische Gebet zu öffnen.

Lichtenstein erzielt Auktions-Rekord

Eine vom US-Künstler Roy Lichtenstein (1923-1997) gemalte nackte Frau hat bei einer Online-Auktion rund 46 Millionen Dollar eingebracht.

Das Werk «Nude with Joyous Painting», das der Pop-Art-Künstler 1994 erschaffen hatte, sei das teuerste Werk der Versteigerung gewesen, teilte das Auktionshaus Christie's mit. 

Insgesamt habe die so erstmals abgehaltene Online-Auktion, die Christie's als Ersatz für die wegen der Coronavirus-Pandemie verschobene Frühjahrsauktion angesetzt hatte, rund 420 Millionen Dollar eingebracht. Mehr als 80 000 Menschen hätten sich in das Online-Spektakel eingeschaltet. 

Würth-Museum mit Christo-Schau

Das Würth Museum im elsässischen Erstein nahe Strassburg widmet dem kürzlich verstorbenen Verpackungskünstler Christo eine Überblicksausstellung.

Von Sonntag an werden 80 Arbeiten ausgestellt, die die Entwicklung von Christo und dessen Frau Jeanne-Claude über die Jahrzehnte darstellen. Zu sehen sind etwa Zeichnungen des im Juni 1995 verhüllten Reichstags in Berlin.

Die bis zum 20. Oktober 2021 geplante Ausstellung «Christo und Jeanne-Claude» in Erstein wird mit Werken des Kunstmäzens Reinhold Würth bespielt, der über 130 Kunstwerke von Christo besitzt, der am 31. Mai in New York gestorben ist.

Paul Boesch-Kunstpreis vergeben

Der im Wallis aufgewachsene Künstler Emil Michael Klein ist mit dem Paul Boesch-Kunstpreis 2020 ausgezeichnet worden. Der mit 50'000 Franken dotierte Preis wird von der Paul Boesch-Stiftung zur Förderung von Schweizer Kunst vergeben.

Klein hat die traditionelle Holzschnitzerei erlernt und verbindet Techniken der Bildhauerei und der Malerei, wie die Stiftung mitteilte.

Der Kunstpreis ist einer der höchst dotierten Kunstpreise der Schweiz. Er wird seit 2016 jährlich vergeben und steht in Verbindung mit dem Ankauf eines Werks, das als Depositum der Paul Boesch Stiftung in die Sammlung des Kunstmuseums Bern aufgenommen wird.

Zucchero-Konzert verschoben

Der italienische Sänger Zucchero kommt sechs Monate später als geplant in die Schweiz. Die Coronakrise hat ihn dazu gezwungen, sein Konzert im Zürcher Hallenstadion auf den 5. Juli 2021 zu verschieben.

Die Gesundheit aller Musiker, Techniker, seiner Crew und der Fans sei ihm "sehr wichtig", liess der 64-Jährige via Medienmitteilung des Veranstalters ausrichten. Und: "Bleibt gesund und meine besten Wünsche an euch alle und eure Familien."

Bereits gekaufte Tickets für das ursprünglich geplante Konzert vom 5. Dezember 2020 behalten ihre Gültigkeit. Weitere sind ab sofort im Vorverkauf erhältlich.

Mehr Vielfalt auch bei Grammy-Akademie

Rund eine Woche nach der Oscar-Akademie hat auch die für die Grammys verantwortliche Recording Academy neue Mitglieder eingeladen und dabei einen Fokus auf Vielfalt gelegt.

Von den über 2300 eingeladenen Musikern und Mitarbeitern der Musikindustrie seien rund die Hälfte weiblich, rund ein Drittel gehöre unterrepräsentierten ethnischen Gruppen an, teilte die Recording Academy in Los Angeles mit. Die Eingeladenen haben bis zum 15. September Zeit zuzusagen, bevor sie über die Vergabe der nächsten Grammys abstimmen können. Die Grammys gelten als bedeutendste Musikpreise der Welt.

Anfang Juli kündigte die Oscar-Akademie an, 819 neue Mitglieder einzuladen.

Hopper-Ausstellung verlängert

Die Fondation Beyeler in Riehen/BS verlängert ihre Ausstellung mit Werken von Edward Hopper bis 20. September. Die Sonderausstellung hat trotz der pandemiebedingten Einschränkungen bereits 170'000 Besucherinnen und Besucher angelockt.

Trotz der zwischenzeitlichen Schliessung des Museums und der Begrenzung der Besucherzahlen habe sich die Ausstellung zum Publikumserfolg entwickelt, teilte die Fondation Beyeler mit.

Es handelt sich bereits um die zweite Verlängerung der Ausstellung, die mit den ikonenhaften Szenerien der Einsamkeit und des Social Distancing sehr gut in diese Zeit passt, wie Museums- direktor Sam Keller sagte.

«Zehn Gebote Vol. 2» in Stein gehauen

Die St. Galler Künstler Frank und Patrik Riklin haben Steintafeln mit den «Zehn Geboten Vol. 2» im Zürcher Schanzengraben versenkt. Es ist der zweite Teil einer Kunstaktion, die vor rund zehn Tagen in St. Gallen begonnen hat.

Eigenhändig meisselten die beiden Brüder, umringt von Zuschauern, ihre Gebote in Sandsteintafeln. Eine Videokamera auf einer Holzlatten-Konstruktion lieferte einen Internet-Livestream.

«Trust insanity and question the conventional» (Vertrau dem Wahnsinn und stell das Konventionelle in Frage) heisst eines der neuen Gebote. Mit ihrer Aktion wollen die Künstler die Gesellschaft zur Selbstreflexion und zur Suche nach Sinn animieren.